Informationen zum Qualifizierenden Mittelschulabschluss (Quali)

Kurzinformation zum Überblick

Der Qualifizierende Mittelschulabschluss ist eine besondere Leistungsfeststellung, der man sich freiwillig als zusätzliche Prüfung und als Nachweis überdurchschnittlicher Leistungen unterziehen kann. Der qualifizierende Hauptschulabschluss wird bisher noch als das „Aushängeschild“ der Mittelschule in Bayern bezeichnet.

Schulrechtliche Situation

Der Quali umfasst für alle Teilnehmer sechs Prüfungsfächer.
(5 Fächer werden geprüft, bei AWT als 6. Fach zählt nur die Jahresfortgangsnote.
Externe Teilnehmer haben also nur 5 Prüfungsfächer!)

Die Projektprüfung ist für alle Teilnehmer verpflichtend und umfasst schriftliche, mündliche und praktische Lerninhalte des Faches Arbeit-Wirtschaft-Technik sowie des jeweiligen in der Jahrgangsstufe 9 besuchten berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Technik, Wirtschaft oder Soziales.

Der Quali ist bestanden mit einer Gesamtbewertung von 3,0 (die zweite Stelle hinter dem Komma bleibt unberücksichtigt!).

Der Teiler für die Berechnung der Gesamtbewertung ist 18. (siehe Beispiel)

Das Fach Englisch besteht als Wahlmöglichkeit neben den Fächergruppen Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde (G/S/E) und Physik/Chemie/Biologie (P/C/B).

Bei dieser Entscheidung muss den Schülern die Bedeutung des Faches Englisch für den späteren mittleren Schulabschluss über die Berufsausbildung sowie für den Zugang zur Mittleren-Reife-Klasse M 10 der Hauptschule bewusst sein.

Als Hilfsmittel ist den Schülern der Einsatz eines Dudens im Fach Deutsch,einer Formelsammlung im Fach Mathematik (nur im Aufgabenteil B) und eines Englischwörterbuches  erlaubt.

 

Neu: Projektprüfung an der Mittelschule

Die Projektprüfung ist ab dem Schuljahr 2011/2012 fester Bestandteil des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses.

Was ist ein Projekt?

Bei einem Projekt ist immer ein bestimmtes Ziel vorgegeben, das man alleine und in einer Gruppe möglichst selbstständig erreichen soll.

Dazu bekommt man einen Leittext, deinen Aufgabenplan, auf dem steht, was du tun musst!

Den praktischen Teil der Arbeit wird in der Schule erledigt. Deine Präsentationsmappe und die Präsentation (Referat) wird in der Schule oder auch zu Hause vorbereitet!

Die Aufgabe, die zu lösen ist, thematisiert hauptsächlich Inhalte oder Methoden aus dem Fach „Arbeit, Wirtschaft, Technik“ und einem der praktischen Zweige „Wirtschaft“, „Technik“ oder „Soziales“. Zum Erreichen des Ziels benötigt man aber auch Wissen aus anderen Fächern wie Deutsch, Mathematik usw. und wendet dieses auch an. Die Aufgaben während des Projektes sind also sehr vielfältig.

Arbeitszeiten in den Prüfungen

Die Arbeitszeiten in den einzelnen gewählten Fächern betragen:

1.    im Fach Deutsch 180 Minuten,
2.    im Fach Mathematik 100 Minuten,
3.    im Fach Englisch im schriftlichen Teil 90 Minuten, im mündlichen Teil 15 Minuten pro Schüler
4.    in den Fächern Physik/Chemie/Biologie und Geschichte/ Sozialkunde/Erdkunde je 60 Minuten,
5.    in den Fächern Religionslehre und Ethik je 50 Minuten,
6.    im schriftlichen Teil des Fachs Sport 30 Minuten,
7.    im Fach Musik 30 Minuten,
8.    im Fach Kunst praktisch 150 Minuten,
9.    im Fach Informatik 120 Minuten,
10.  im praktischen Teil der Projektprüfung im Fach Technik 240 Minuten, im Fach Wirtschaft 120 Minuten und im     Fach Soziales 150 Minuten; die Feststellungskommission kann für notwendige Phasen der Kommunikation der     Gruppenmitglieder untereinander einen Zeitzuschlag von bis zu 20 Minuten gewähren und die Arbeitszeit in     den übrigen Teilen der Projektprüfung bestimmen.

Mündliche Prüfung bei knappem Nichtbestehen:

Die Dauer der zusätzlichen mündlichen Prüfung in den Fächern Deutsch und Mathematik beträgt je 10 Minuten.

Fächerwahl im QA:

 FachArt der PrüfungGewichtung
1 (v)Deutschschriftlich zentral (Textarbeit + Rechtschreibung)2-fach
2 (v)Mathematikschriftlich zentral Teil A: Kopfrechenteil
Teil B: mit Taschenrechner und Formelsammlung)
2-fach
und eines der folgenden Fächer:
3 (w)Englischschriftlich (zentral) und mündlich2-fach
GSEschriftlich
PCBschriftlich
und eines der folgenden Fächer
4 (w)Religion/Ethikschriftlich1-fach
Sportpraktisch und schriftlich
Musik/Kunsterziehungpraktisch und mündlich
5 (v)Projektprüfung im berufsorientierenden Zweig (Soziales/Technik/Wirtschaft)Bearbeitung eines Projektes in Gruppenarbeit: praktische Durchführung und schriftliche Dokumentation (Projektmappe)2-fach

 (v = verpflichtend, w = wahlweise)

Ein Rechenbeispiel:Die Jahresfortgangsnoten in den Prüfungsfächern, d.h. die Noten im Jahreszeugnis der 9. Jahrgangsstufe, sind ein Teil der Gesamtprüfung. Die Jahresfortgangsnoten und die in der Abschlussprüfung erzielten Noten werden gleich gewichtet. Somit steht die „Hälfte der Gesamtnote“ schon fest, bevor die eigentlichen Prüfungen beginnen. Anders ist es im berufsorientierenden Zweig. Hier gehen als Jahresfortgangsnoten die Noten des Faches Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT) und des belegten praktischen Faches (Soziales bzw. Technik. bzw. Wirtschaft) jeweils einfach gewichtet in die Gesamtnote ein. Die Projektprüfung selbst wird doppelt gewichtet. In den Fächern AWT und Soziales gibt es keine extra Prüfung mehr! Auch externe Qualiteilnehmer müssen eine Projektprüfung machen.

Bei dem folgenden Beispiel sind die doppelt gewichteten Noten in Klammern auch doppelt aufgeführt, um die Durchschnittsberechnung deutlich zu machen.

FachJahresfortgangsnotenPrüfungsnotenGesamt
Deutsch2 (2)3 (3)10
Mathematik3 (3)4 (4)14
(wahlweise) GSE2 (2)3 (3)10
AWT3-3
(wahlweise) Soziales2-2
Projektprüfung-3 (3)6
(wahlweise) Sport235
---50

Insgesamt setzt sich die Summe also aus 11 wirklichen Noten zusammen. Da allerdings drei Jahresfortgangsnoten und vier Prüfungsnoten doppelt gewichtet werden, ergibt sich für die Berechnung des Durchschnitts ein Teiler von 18.

Der Durchschnitt der   Gesamtnote im Beispiel ergibt daher 50 : 18 = 2,7. Der Quali ist bis 3,0 bestanden. Wer knapp darüber ist, muss in die mündliche Nachprüfung in Deutsch und/oder Mathematik und kann so noch bestehen.

 Besondere Leistungsfeststellung im Fach Englisch
– Mündliche Prüfung
– Inhalte 

Die mündliche Prüfung im Fach Englisch ist 3-geteilt in
–         Oral Report
–         Interpreting (Dolmetschen)
–         Talking about a picture

 1.         Oral Report

Ein vorbereitetes Referat, zu einem selbst gewählten Thema (im Anhang sind Themenvorschläge) soll möglichst frei in englischer Sprache gehalten werden. Als Hilfe sind einige wenige Stichpunkte auf einem Blatt erlaubt.

Das Referat sollte eine Länge von etwa 2 Minuten haben. Dies entspricht ungefähr einer DIN-A4-Seite.

Zur Beurteilung kommen folgende Anforderungen: Redemittel, Thema und die Präsentation (ev. Bilder, Gegenstände zur Anschauung mitbringen). Anschließend werden Fragen zu dem Thema gestellt.

Wichtig: !!!!
Das Referat ist schriftlich ausgearbeitet vorher im Sekretariat abzugeben. Wortwörtlich kopierte Passagen aus Wikipedia dürfen nicht verwendet werden!

2.         Interpreting  (Dolmetschen)

Im zweiten Teil wird ein Alltagsgespräch zwischen Prüfer und Prüfling geführt. Der Prüfling dolmetscht auf Englisch und Deutsch.

Folgende Themenbereiche sollen vom Wortschatz her vorbereitet werden:
– tourist information centre                 –  at the station / underground
– restaurant                                        –  booking a room at the hotel
– at the doctor                                    –  go shopping
– asking the way                                 – airport
 

Es werden zwei Dialogthemen geprüft.

3.         Talking about a picture

Hier muss der Prüfling sich über ein vorgelegtes Bild äußern.
Es werden dabei z.B. die Redeflüssigkeit, Aussprache und vor allem die Qualität der Redemittel wie Satzbau und Vokabular bewertet.

Themenbereiche die du vom Wortschatz her vorbereiten kannst:

  • in the town
  • at the department store
  • rooms in a house
  • at the market
  •  at the station
  • describing people
  • animals
  • in the country side